Bekleidung und Outdoor für Frauen und Damen

Kletter- & Outdoor-Ausrüstung für Frauen, Damen und Prinzessinnen

Flower

Archive for Oktober, 2011

Test: Trekkingstöcke für Damen – Leki Cressida Ultralight und Cressida Antishock

Wasserüberquerung mit Knaufnutzung

Wir waren insgesamt 3 Wochen mit den Teststöcken Leki Cressida Ultralight und Cressida Antishock in den USA unterwegs und konnten die Produkte auf  unterschiedlichsten Untergründen testen: Granit, Sand, Geröll und Wasser. Arbeiten wir also vom Kopf bis Fuß voran:

Der Knauf:

Die Kuppe liegt sehr angenehm in der Hand und ist in Ihrer Größe auch für kleine Hände sehr gut angepasst. Die Form tut bei derNutzung weder weh, noch drückt er, wie es bei den eckigeren Formen der Fall ist. Den Knauf zu nutzen lohnt sich vor allem beim Bergabgehen und beim Durchqueren von Flussbetten. Man kann sein Gewicht wunderbar darauf abstützen. Die Oberfläche besteht aus perforiertem Gummi, der bei steilem Abstieg rutschfest in der Hand liegt. Der Knauf ist unser absoluter Liebling.

Das Schlaufenverstellsystem:

Jetzt im Nachhinein wissen wir, dass die Schlaufen NICHT superschwer zu verstellen sind und das Plastikteil am hinteren Knauf tatsächlich zu öffnen ist. Da wir keine Anleitung für die Stöcke hatten, mussten w ir also ausprobieren und hatten sehr große Schwierigkeiten die Schlaufen enger zu bekommen. Anstatt den oberen Teil der Schlaufe nach oben zu ziehen, um (wie Leki es beschreibt) das „Lock-Security-Strap“- System zu öffnen, haben wir die Männer rangelassen. Reine Muskelkraft wurde angewendet, um die Schlaufen zu verstellen. Bei anderen Stöcken soll wohl eine Banderole mit Beschreibung an den Stöcken angebracht sein.

Die Schlaufe:

Test im Yellowstone NP

Ähnliches Problem – auch hier wäre eine kurze Beschreibung, wie die Schlaufen zu gebrauchen sind, sehr hilfreich gewesen. Unser Problem war, dass wir lange Zeit weder darauf geachtet haben, ob die Schlaufen in der richtigen Hand liegen (auf den Schlaufen ist recht unauffällig die Bezeichnung R/L aufgedruckt), noch ob wir von der richtigen Richtung in die Schlaufen einsteigen. Im Nachhinein wissen wir nun, dass wir so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann. Und uns die Hände völlig unnötig aufgerieben haben. Fakt ist: man steigt von unten mit der Hand  in die Schlaufen ein und hält diese dann zusammen mit dem Griff fest. Leider hatten wir bisher nicht die Möglichkeit das bei einer Tour zu testen. Dennoch zeigt es sich schon beim Ausprobieren, dass sich die Stöcke so komfortabel halten lassen. Des Weiteren sind die Schlaufen innen mit einem Fleece „gefüttert“. Das wirkt einer starken Reibung entgegen und fühlt sich sehr weich auf der Haut an. Leider ist der Fleecebesatz nur aufgenäht und eine kleine Kante von dem Ripsband der Schlaufenoberseite liegt auch auf der Innenseite frei. Dies reibt leider auch in der richtigen Schlaufenposition an der Hand. Besser wäre hier eine nahtfreie evtl. gepolsterte Schlaufenlösung.

Cressida Ultralight und Cressida AS für Damen

Der Korkgriff:

Leki beschreibt den Griff als extra-klein für schmale Damenhände. In unserem Fall hat sich die falsche Schlaufennutzung auch auf die Lage der Hände im Griff ausgewirkt. Da für uns die Schlaufen auch auf engster Position noch recht weit waren, hat bereits der Teil des Griffs unterhalb der Zeigefingererhöhung ausgereicht. Mit der richtigen Schlaufenlage jedoch liegt der ergonomisch geformte und um ca. 10 Grad geneigte Griff wunderbar in der Hand. Die Korkgriffe sind für lange Wanderungen einfach genial. Das Material ist einerseits schön weich und wird so auch nach langem Halten der Stöcke nicht ungemütlich. Zum anderen trocknet der Griff unglaublich schnell.  Wenn man dann doch mal so einige Stunden bei praller Hitze unterwegs war und die Hände den Griff bis zum letzten Tropfen mit Wasser vollgesogen haben, braucht man gerade mal eine Minute die Hände von den Griffen nehmen (alternativ kann man auf den Knauf ausweichen) und der Kork ist wieder trocken. Einfach top!

Die Transporthalterung:

ein eher unscheinbarer Teil ist die abnehmbare Transporthalterung für die Stöcke. Dieses kleine Plastikteil dient zur Unterstützung der üblichen Ausbuchtungen in den Tellern. Die Halterung besteht aus zwei Klemmspangen. Sie ist von beiden Seiten abnehmbar und lässt sich in der Position verschieben, sollte aber an einem Stock fest mitgetragen werden. Die Halterung ist dabei so konzipiert, dass man die zweite Klemmspange, sollte sie nicht gebraucht werden, nach unten wegklappen kann, so dass sie sich direkt unter die erste Spange an den Stock einklemmt. Diese Halterung ist superpraktisch und stört bei Nichtnutzung rein gar nicht.

Das Längenverstellsystem:

Der Cressida-Stock ist ein 3-Segmente Teleskopstock. Bei beiden Stöcken findet sich das selbsterklärende „Speed-Lock“- Verstellsystem mit einem Klemmbügel, der sich sehr einfach öffnen und schließen lässt. In der „Normalversion“ sind die beiden unteren Segmente mit dem „Speed-Lock“ einstellbar. Beim Cressida-Antishock ist das untere Segment mit dem „Security Lock“ durch Drehen und Herausziehen zu verstellen. Beide Versionen sind sehr einfach zu bedienen und sehr stabil. Beide Verschlusssysteme haben zuverlässig auch bei starker Belastung durchgehalten.

Stocktest im steilen Gelände

Der Antishock (nur beim Cressida AS):

Hier haben wir für eine Tour (Untergründe aus Sand und Stein, steil bergauf und bergab) den direkten Vergleich mit den Cressida angestellt und je einen Stock untereinander getauscht. Von unserem Gefühl waren wir uns einig, dass wir keinen allzu großen Unterschied zwischen Antishock und Nicht-Antishock merken.  Die „Kniepatienten“ bevorzugten eher den festen Stock, während der Rest der Familie eher den Antishock präferierte. Bei Gebrauch der Stöcke auf  Sandgrund haben wir das Antishock alle als große Unterstützung empfunden.

Der Teller:

Der Teller oberhalb der Spitze besteht aus einer runden Manschette aus hartem Gummi mit einem Zackenrand und einer Ausbuchtung  zum Einklemmen der Stöcke für den Transport. Der Teller ist geschlossen, d.h. ohne Löcher und somit gut für Untergründe wie Sand geeignet. Dadurch sinkt man nur minimal in den Untergrund ein und verschwendet keine unnötige Kraft um den Stock „hinter sich herzuziehen“.

Die Spitze:

Die Cressidas in Aktion im Vermillion Cliff

Die Spitze besteht aus einer Hartmetall-Flexspitze. Diese hat sich in den 3 Wochen Gebrauch zumindest mit dem Auge sichtbar nicht abgenutzt. Um ehrlich zu sein, sind nicht einmal Kratzer an dem Material sichtbar. Auf Stein ist die Spitze eher unangenehm laut und klackernd. Da wäre zumindest für Teerwege eine aufsetzbareGummispitze sehr praktisch. Diese würde wohl auch beim Überqueren von Flüssen oder nassem, glatten Untergrund die Rutschgefahr verhindern.

Der Plastikschutz für die Spitze:

Als Zubehör für die Spitze gibt’s einen durchsichtigen Plastikaufsatz. Dieser dient jedoch rein zum Transport der Stöcke. Leider ist die Kuppe oft sehr schwer von der Spitze zu entfernen, da sie einfach zu fest draufsteckt. Da wäre ein flexibles Material oder eine Kuppe mit Schlitzen (ähnlich wie bei Dübeln) etwas einfacher.

Fazit:

Superleichtes Material mit Vor- und Nachteilen:

Die Cressidas im Vergleich

Die Stöcke sind ohne Zweifel wunderbar leicht, was das Mitführen in der Hand und am Rucksack zu einer sehr angenehmen Angelegenheit macht. Leichte Stöcke zu haben ist aber nicht gleich einkompromissloser Vorteil. Ein Nachteil den das leichte Material mit sich bringt, ist das enorme Schwingen und Vibrieren des Stocks auf hartem Untergrund. Sowohl die Cressida Standard, als auch die Antishock-Version schwingen beim Laufen auf Stein nach. Auch kann das dadurch entstehende Surren nach einiger Zeit und in ruhiger Umgebung nervig werden. Zudem klackert die Spitze auf Stein und Asphalt, so dass man unmittelbar gehört wird. Vorteil: Schlangen werden sofort vertrieben.

Das Packmaß:

Während andere Stöcke zum Transport im Koffer auseinander geschraubt werden müssen, ist der Cressida-Stock so konstruiert, dass die Stöcke alleine durch Bedienen der Verstellsysteme ohne Probleme in mittelgroße bis große Koffer passen. So entgeht man der Gefahr, dass das Antishock- bzw. Verstellsystem kaputt geht, wie wir es bei anderen Modellen erfahren haben.

Auf weichem Untergrund, für Ultralight-Fans und für die Reise ein wunderbarer Begleiter! Für Frauen auf jeden Fall lohnend und sinnvoll!